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Der Herr der Ringe Online
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Der Herr der Ringe Online, kurz HdRO (engl. Originaltitel: The Lord of the Rings Online, kurz LotRO), ist ein kostenlos spielbares Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG). Der Titel basiert auf den Fantasy-Romanen Der Hobbit und Der Herr der Ringe des britischen Schriftstellers J. R. R. Tolkien und wird seit 2016 von Daybreak Game Company betrieben.

Das ursprĂŒnglich vom US-amerikanischen Unternehmen Turbine entwickelte und seit 2016 von Standing Stone Games weiterentwickelte Spiel wurde im April 2007 als Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar fĂŒr Microsoft Windows, spĂ€ter auch fĂŒr macOS veröffentlicht und setzte zunĂ€chst ein kostenpflichtiges Abonnement voraus. Die erste von bislang elf Erweiterungen, Die Minen von Moria, erschien 2008, die aktuellste mit Die Korsaren von Umbar im November 2023.

Der Titel wurde von Kritikern weitestgehend positiv aufgenommen und erfreut sich bis heute trotz inzwischen wenig zeitgemĂ€ĂŸer technischer Umsetzung einer aktiven Spielergemeinde. Der Herr der Ringe Online wurde 2020 von ĂŒber 100.000 Spielern monatlich gespielt und erwirtschaftete durch optionale kostenpflichtige Mitgliedschaften auf Abonnementbasis einen Umsatz von rund 10 Millionen US-Dollar.

Contents

‱ Handlung
‱ Monsterplay
‱ Technik
‱ Soundtrack
‱ Rezeption
‱ Nachfolger
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Handlung

Das Spiel ist in die fantastische Welt Mittelerde aus den Fantasy-Romanen Der kleine Hobbit und Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien wĂ€hrend des dritten Zeitalters eingebettet. Enthalten sind unter anderem die Gebiete Eriador mit dem Auenland, Bruchtal und Bree sowie Moria, LothlĂłrien, Gondor und Mordor.cite-ref-1[1] Die Handlung des Spiels ist aus lizenzrechtlichen GrĂŒnden nicht an Das Silmarillion oder die Der-Herr-der-Ringe- und Der-Hobbit-Filmtrilogien von Peter Jackson angelehnt. Diverse optional verfolgbare Nebenquests ĂŒbergreifend fĂŒhrt eine HaupterzĂ€hlung nach Romanvorlage den Spieler durch Mittelerde. So soll der Weg des Rings und der GefĂ€hrten aus dem Auenland ĂŒber Bree und die Wetterspitze zunĂ€chst nach Lothlorien und von dort weiter ĂŒber Rohan und Gondor bis nach Mordor miterlebt werden können.

Spielprinzip

Der Herr der Ringe: Online folgt im Wesentlichen dem genretypischen Spielprinzip eines MMORPG, das insbesondere von EverQuest (Ubi Soft, 1999) und World of Warcraft (Blizzard Entertainment, 2004) geprĂ€gt wurde. Der Spieler erstellt einen Avatar, wĂ€hlt dabei ein Volk und eine Klasse aus und erkundet mit seiner Spielfigur in Third-Person-Perspektive und anderen Spielern die dreidimensionale Spielwelt, die Mittelerde nachempfunden ist. Dabei werden allein oder gemeinsam mit anderen Spielern Monster bekĂ€mpft, AuftrĂ€ge von Nicht-Spieler-Charakteren angenommen, so Erfahrungspunkte und immer stĂ€rkere AusrĂŒstung gesammelt und Berufe ausgeĂŒbt, um neue GegenstĂ€nde herzustellen. Stufenaufstiege durch Erfahrungspunkte lassen einen Charakter neue FĂ€higkeiten im Kampf erlernen. DarĂŒber hinaus können Spieler ein Haus fĂŒr ihren Charakter kaufen und einrichten sowie Spielergemeinschaften – sogenannte Sippen – bilden.

Siehe auch

:

Massively Multiplayer Online Role-Playing Game

Völker und Klassen

Bei Spielbeginn wird ein Avatar erstellt, das einem der sieben fiktiven Völker Hobbits, Elben, Menschen, Zwerge, Stark-Axt-Zwerge, Beorninger oder Hochelben angehört.cite-ref-2[2] Die Zugehörigkeit zu einem Volk bestimmt den Einstiegsort in die Spielwelt sowie die zur Auswahl stehenden Charakterklassen. Neben dem Volk wird eine aus den elf Klassen Schurke, JĂ€ger, Waffenmeister, WĂ€chter, Kundiger, Barde, Hauptmann, HĂŒter, SchlĂ€ger, Runenbewahrer und Beorninger mit jeweils individuellen StĂ€rken und SchwĂ€chen festgelegt.cite-ref-3[3] Manche Klassen und Völker setzen kostenpflichtige Erweiterungen voraus. Im Spielverlauf ĂŒbt jeder Charakter eine der sieben Berufsklassen Entdecker, Freibauer, Historiker, Kesselflicker, RĂŒstungsschmied, Waffenbauer und WaldhĂŒter aus, von denen sich jede aus drei der neun Berufe Schneider, SchĂŒrfer, Förster, Koch, Bauer, Gelehrter, Waffenschmied, Goldschmied und Drechsler zusammensetzt. Durch deren AusĂŒbung werden die Fertigkeiten verbessert und die durch Crafting hergestellten AusrĂŒstungs- und VerbrauchsgegenstĂ€nde steigen in ihrer QualitĂ€t. Zur Herstellung benötigte Rohstoffe können in der Spielwelt abgebaut oder eingesammelt werden.cite-ref-4[4]

Sippen und Instanzen

Spieler können sich in Sippen organisieren, was dem Prinzip von Gilden oder Clans in anderen Spielen entspricht. In einer Sippe können gemeinsam Quests erledigt oder Instanzen geschlagen werden. Spieler können ein virtuelles Haus variierender GrĂ¶ĂŸe in einer von vier Siedlungen erwerben. Dieses kann mit EinrichtungsgegenstĂ€nden, wie Möbeln oder TrophĂ€en, geschmĂŒckt und anderen Spielern zugĂ€nglich gemacht werden. FĂŒr HĂ€user wird eine wöchentliche Miete in SpielwĂ€hrung fĂ€llig. Wie jeder Spieler einzeln kann auch eine Sippe ein Haus unterhalten und einrichten.cite-ref-5[5]

Instanzen sind in sich abgeschlossene Spielwelten mit besonderen Gegnern, AuftrĂ€gen und Belohnungen fĂŒr die Spielergruppe. Instanzen sind charakterstufenspezifisch angelegt und können in Gruppen aus drei oder sechs Spielern gespielt werden. GrĂ¶ĂŸere Instanzen, sogenannte SchlachtzĂŒge, stehen fĂŒr Gruppen von 12 und 24 Personen bereit. SchlachtzĂŒge stellen die grĂ¶ĂŸte Herausforderung des Spiels dar und können im einfachen, schwierigen und besonders schwierigen Modus gespielt werden.cite-ref-6[6]

Monsterplay

Das Monsterplay, auch Player versus Monster Player (kurz PvMP), bietet die Möglichkeit Figuren der Gegenseite zu spielen, also etwa Orks, Spinnen oder Warge. Dieser Spielmodus ist auf das Gebiet der Ettenöden und Osgiliath beschrÀnkt. Klassisches Player versus Player (PvP) ist in Form von Duellen möglich, wird jedoch nicht belohnt. PvMP sei ein Kompromiss, um der Handlung gerecht zu werden, nach der die (spielbaren) freien Völker nicht gegeneinander kÀmpfen.cite-ref-7[7]

Entwicklung und Vertrieb

Die ersten Ideen fĂŒr ein Online-Rollenspiel im Tolkien-Universum nahmen 1997 in Kalifornien Gestalt an. Inspiriert vom hauseigenen The Realm Online (1996) wurde beim US-amerikanischen Sierra On-Line unter der Leitung von Craig Alexander zunĂ€chst ein Spiel mit 2D-Grafik im Stil von Ultima Online konzipiert. Die nötigen Lizenzen zur Nutzung des Materials der Romane Der kleine Hobbit und Der Herr der Ringe wurden bei Rechteinhaber Tolkien Enterprises (heute Middle-earth Enterprises) erworben.cite-ref-timeline-8-0[8] Das Sierra-Studio Yosemite Entertainment (intern Sierra FX) nahm 1998 die Arbeiten an einem 3D-MMORPG unter dem Titel Middle-earth auf,cite-ref-gamestar-9-0[9] angelehnt an die englische Bezeichnung des Kontinents Mittelerde aus Tolkiens Werken. Geplant war eine Einbettung in das vierte Zeitalter Tolkiens, also „viele Generationen“ nach den Geschehnissen der Romane und dem Ringkrieg. Spieler sollten die Möglichkeiten haben HĂ€user zu besitzen und einzurichten, Familien zu grĂŒnden und Haustiere zu halten. Weiterhin wĂŒrde es zum Zwecke der Vereinbarkeit mit Tolkiens Werken nicht möglich sein, seine Spielfigur zu teleportieren, Magie nur eine untergeordnete Rolle spielen und der dauerhafte Tod von Charakteren („Permadeath“) durch Verhungern, Verdursten und unbehandelte Wunden verursacht oder durch andere Spieler herbeigefĂŒhrt werden können.cite-ref-10[10] Beteiligt waren neben Alexander auch Chance Thomas, Daniel James, Stephen Nichols und Janus Anderson. FĂŒr die Veröffentlichung wurde das Jahr 2000 anvisiert, eine Betaphase sollte bereits 1999 starten.cite-ref-11[11] Im September 1998 ging die Website zum Projekt middle-earth.com online.cite-ref-12[12]

Sierras Mutterkonzern Cendant Corporation war 1998 in einen Bilanzskandal verwickelt. In der Folge wurde das Unternehmen umstrukturiert und die gesamte Softwaresparte, der auch Sierra angehörte, 1999 an den französischen Telekommunikationskonzern Vivendi verkauft. Dieser wiederum richtete Sierra strategisch neu aus und löste mehrere der Studios auf, darunter Yosemite Entertainment.cite-ref-13[13] Diverse Beteiligte verließen die Firma und die Arbeiten an Middle-earth wurden dem Entwickler Sierra Studios mit Sitz in Bellevue, Washington anvertraut.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] Nach einem zunĂ€chst schleppenden Entwicklungsprozess, nahm das Projekt erst mit einem erneuten Wechsel des Entwicklers zum externen Turbine Inc. im Jahr 2001 wieder Fahrt auf. Anfang 2005 stieg Lizenznehmer Vivendi jedoch endgĂŒltig aus dem Projekt aus. Rechteinhaber Tolkien Enterprises lizenzierte fortan Entwickler Turbine direkt.cite-ref-16[16] Im FrĂŒhjahr 2006 wurden die Publishing-Partner Midway Games fĂŒr den nordamerikanischencite-ref-17[17] und Codemasters Online Gaming fĂŒr den europĂ€ischen Markt bekanntgegeben.cite-ref-18[18] Nach einer geschlossenen und einer offenen Betaphasecite-ref-19[19] und nachdem der Veröffentlichungstermin mehrfach verschoben wurde, erschien Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar, im Original The Lord of the Rings Online: The Shadows of Angmar, im April 2007 mit wenigen Tagen Abstand in den USA und Europa.cite-ref-20[20]

Lizenznehmer und Entwickler Turbine Inc. wurde 2010 von Warner Bros. Interactive Entertainment ĂŒbernommen und der Vertrieb des Spiels ging in Nordamerika an den neuen Mutterkonzern. In Europa arbeitete Warner zunĂ€chst weiter mit Codemasters zusammen,cite-ref-21[21] bis Turbine den Vertrieb 2011 unter eigener Flagge unternahm.cite-ref-22[22] Im selben Jahr der Übernahme durch Warner wechselte das Vertriebsmodell vom Abonnement-basierten zu einem Free-to-play-Modell.cite-ref-23[23] Ende 2016 erfolgte die NeugrĂŒndung von Standing Stone Games mit dem Personal von Turbine, das seitdem das Spiel entwickelt. Der Vertrieb wurde gleichzeitig ĂŒberregional an Daybreak Game Company (bis 2015 Sony Online Entertainment) ĂŒbertragen.cite-ref-24[24] Im Dezember 2020 wurde die vollstĂ€ndige Übernahme von Betreiber Daybreak Games durch die schwedische Holding Enad Global 7 fĂŒr eine Summe von 300 Millionen US-Dollar bekanntgegeben.cite-ref-25[25]

Erweiterungen

Mit regelmĂ€ĂŸig veröffentlichten Aktualisierungen und als „BĂ€nden“ vermarkteten Erweiterungen wurde der Spielumfang ĂŒber 16 Jahre hinweg ausgebaut. Mehr als 30 Aktualisierungen und zwölf umfangreiche Erweiterungen erhöhten die maximal erreichbare Charakterstufe von 50 auf 150 und vergrĂ¶ĂŸerten die Spielwelt sukzessive um aus der Literaturvorlage bekannte Regionen Mittelerdes samt neuen StĂ€dten, Nicht-Spieler-Charakteren, Quests, GegenstĂ€nden und Instanzen. Auch die Klassen- und Völkerauswahl wurde nachtrĂ€glich erweitert und die ErzĂ€hlung der Hauptgeschichte mit jeder Erweiterung fortgefĂŒhrt. Die erste Erweiterung erschien 2008 mit Die Minen von Moria,cite-ref-26[26] die aktuellste im November 2023 mit Die Korsaren von Umbar. Ende 2018 wurden mehrere „Legendary Server“ in Betrieb genommen, die Spieler – vergleichbar mit World of Warcraft Classic – die ersten Kapitel grĂ¶ĂŸtenteils ohne die neueren Inhalte nachfolgender Addons erneut spielen lassen.cite-ref-27[27]

GeschÀftsmodell

Von der Veröffentlichung bis zum 2. November 2010 wurde ein monatliches Abonnement vorausgesetzt. Zeitweise war der Erwerb einer lebenslangen Mitgliedschaft gegen eine einmalige Zahlung von 220 Euro möglich.cite-ref-28[28] Seit 2010 ist das Basisspiel kostenlos spielbar,cite-ref-29[29] die Erweiterungen können einzeln erworben oder zu regelmĂ€ĂŸigen Werbeaktionen vergĂŒnstigt oder kostenlos freigeschaltet werden. So wurde die kostenfrei spielbare Version im April 2022 – anlĂ€sslich des 15-jĂ€hrigen JubilĂ€ums des Spiels – standardmĂ€ĂŸig um sĂ€mtliche Inhalte der ersten fĂŒnf Erweiterungen ergĂ€nzt.cite-ref-30[30] Seit 2012 ist Der Herr der Ringe Online auch ĂŒber die Vertriebsplattform Steam erhĂ€ltlich.cite-ref-31[31]

Seit Veröffentlichung ist das Spiel neben der VerfĂŒgbarkeit als Download auch in verschiedenen Varianten im Einzelhandel erschienen. So sind oder waren beispielsweise eine Special Edition, eine Collector’s Edition, eine Gold Edition, eine Anniversary Edition und eine Mithril Edition erhĂ€ltlich, die neben dem Spiel und Extras wie BĂŒchern oder Miniaturen auch zusĂ€tzliche Spielinhalte und zeitlich begrenzte Abonnement-Mitgliedschaften enthielten.cite-ref-32[32] DatentrĂ€ger mit dem Spiel waren verschiedenen Computerspielezeitschriften beigelegt, etwa einer Ausgabe PC Games von 2007cite-ref-33[33] und zwei Ausgaben Computer Bild Spiele von 2011.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Erstere enthielt neben den Programmdaten auch Videos mit Anleitungen zum Spiel und Audiodateien des Soundtracks.

Technik

Der zunĂ€chst ausschließlich fĂŒr Microsoft Windows verfĂŒgbare Spielclient, der von einer hauseigenen 3D-Engine angetrieben wird, ist seit November 2012 auch fĂŒr macOS verfĂŒgbar. Die Engine setzt mindestens eine DirectX-9.0c-fĂ€hige Grafikkarte voraus und wurde in einem Update um DirectX-10-KompatibilitĂ€t erweitert. 2010 wurden mit der UnterstĂŒtzung von DirectX 11 neue Wassereffekte hinzugefĂŒgt.cite-ref-36[36] Das Benutzer-Interface ist anpassbar, die skriptfĂ€hige Lua-Schnittstelle, die auch in World of Warcraft zum Einsatz kommt, wurde im Herbst 2010 implementiert und ermöglicht Spielern die Erstellung eigener GUI-Elemente.cite-ref-37[37]

Soundtrack

Der Soundtrack zum Spiel wurde erstmals als Beilage auf CD mit der Special Edition von Die Schatten von Angmar separat veröffentlicht. Mit den diversen Erweiterungen und Aktualisierungen des Spiels sowie mit dem Erscheinen neuer Einzelhandels-Sammlereditionen wurden in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden weitere, ĂŒberarbeitete oder neu zusammengestellte StĂŒcke veröffentlicht. Komponiert wurden die meisten TonstĂŒcke von Chance Thomas, Stephen DiGregorio, Bill Champagne und Matthew Harwood. Die Werke wurden ĂŒblicherweise auch online zum kostenfreien Herunterladen oder Streamen via Soundcloud oder YouTube angeboten.cite-ref-buffed-38-0[38]cite-ref-39[39]cite-ref-40[40]

Rezeption

Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar erhielt ĂŒberwiegend positive Wertungen der Computerspielpresse. Wertungsaggregator Metacritic ermittelte eine ĂŒberdurchschnittliche Gesamtwertung von 86 aus 100 Punkten auf Grundlage von 40 Testberichten.cite-ref-63[63] Das Spiel wurde nach Veröffentlichung vielfach mit dem damaligen Genre-Platzhirsch World of Warcraft (Blizzard Entertainment, 2004) sowie mit den als Genreklassikern geltenden EverQuest (Ubi Soft, 2000) und Ultima Online (Electronic Arts, 1997) verglichen. Auch die Erweiterungen schnitten durchweg „im Allgemeinen positiv“ ab und erreichten individuelle aggregierte Wertungen von 85 (Die Minen von Moria),cite-ref-64[64] 83 (Die Belagerung des DĂŒsterwalds)cite-ref-65[65] und 88 (Die Reiter von Rohan).cite-ref-66[66]

Der Herr der Ringe Online orientiere sich grundsĂ€tzlich eng an den bewĂ€hrten genretypischen Spielmechaniken.cite-ref-ign-55-1[55] Kampfmechaniken, Spielergruppen und Berufe fielen in altbekannte Schemata, dennoch wĂŒrden diverse Neuerungen und Eigenheiten geboten, wie das Auszeichnungs-System und das Monster Play.cite-ref-gamespot-49-1[49] Der Titel biete jedoch eine rundum einsteiger- und benutzerfreundliche Erfahrung, insbesondere fĂŒr Neulinge des Genres.cite-ref-ign-55-2[55] VorzĂŒge des Spiels seien die ausgeschmĂŒckte Handlung in der vertrauten Welt Tolkiens, eine ausgeprĂ€gte Rollenspiel-Komponente durch unzĂ€hlige Möglichkeiten den eigenen Charakter zu individualisieren und TĂ€tigkeiten, denen nachgegangen werden kann sowie eine einzigartige AtmosphĂ€re durch gelungenes Zusammenspiel audio-visueller Gestaltung und einer immersiven ErzĂ€hlung.cite-ref-eurogamer-44-1[44]

In einem Bericht zum Stand des MMO nach ĂŒber 14 Jahren Betrieb und Weiterentwicklung stellte GameStar 2021 die StĂ€rken und SchwĂ€chen des Spiels heraus. Das Spiel friste ein Nischendasein und sei nicht fĂŒr jeden Spielertyp geeignet. FĂŒr solche jedoch, denen eine weitlĂ€ufige und anspruchsvoll gestaltete Spielwelt, eine immersive und konsistente Hintergrundgeschichte und eine freundliche Spielergemeinschaft mit regelmĂ€ĂŸigen Events wichtiger sind als ein ausgefeilter Spieler-gegen-Spieler-Modus, aktive Gilden mit regelmĂ€ĂŸigen SchlachtzĂŒgen und technische Fehlerfreiheit, denen sei Der Herr der Ringe Online trotz seines Alters zu empfehlen. Die Spielwelt sei „teilweise atemberaubend schön“, die Handlung entlang der Hauptquest „kein Beiwerk, sondern ein Highlight“ und die Spielergemeinschaft im Allgemeinen „nett, hilfsbereit und gesprĂ€chsfreudig“. Die großen SchwĂ€chen des Spiels seien unausgewogen starke FĂ€higkeiten und völlig vernachlĂ€ssigte Mehrspieler-Inhalte: „Mehr und mehr mausert sich das MMO zu einer Einzelspieler-Erfahrung“, so der Autor. Der grĂ¶ĂŸte Makel sei die technische Unausgereiftheit, wofĂŒr die seit Jahren nicht wesentlich erneuerte Spiel-Engine und -Infrastruktur verantwortlich sei: „Das Spiel quietscht und knarzt an jeder Ecke.“ FĂŒr Spieler, die Abstriche machen könnten, lohne sich ein Einstieg trotzdem mehr denn je und könne der Underdog des Genres ein „wahres Content-Monster“ bieten.cite-ref-gamestar-9-1[9] Auch 2022, im Jahr seines 15. JubilĂ€ums, genieße der „MMO-Klassiker“ eine gewisse Beliebtheit.cite-ref-gamestar2-67-0[67]

Auszeichnungen

In fĂŒnf Kategorien nominiert,cite-ref-68[68] gewann Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar bei den Golden Joystick Awards 2007 die Auszeichnung „PC-Spiel des Jahres“ und setzte sich dabei gegen World of Warcraft: The Burning Crusade, Football Manager 2007, Command & Conquer 3: Tiberium Wars und S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl durch.cite-ref-69[69] Die Redaktion von GameSpy kĂŒrte den Titel 2007 zum „MMO des Jahres“, „Spiel des Monats“ Maicite-ref-70[70] und platzierte ihn auf Rang sechs der „besten PC-Spiele des Jahres“.cite-ref-71[71] buffed bezeichnete den Soundtrack als einen der „stimmungsvollsten aus allen Online-Rollenspielen“.cite-ref-buffed-38-1[38]

IGN zĂ€hlte Der Herr der Ringe Online 2018 zu den besten Free-to-play-Spielencite-ref-72[72] sowie den „fĂŒnf besten Der-Herr-der-Ringe-Computerspielen“. Das Spiel sei der erste Eintrag unter der Lizenz gewesen, der „das Ausmaß der weitlĂ€ufigen Fantasy-Welt auch nur annĂ€hernd einfangen konnte und tat dies mit Bravur“.cite-ref-73[73] In einer Leserumfrage des Online-Spielemagazins Massively Overpowered wurde der Titel zu dem am meisten unterschĂ€tzten MMORPG des Jahres 2019 gewĂ€hlt, Konkurrenten in der Umfrage waren unter anderem Dungeons & Dragons Online (ebenfalls Daybreak Game Company, 2006), Star Wars: The Old Republic (Electronic Arts, 2011) und Wurm Online (Code Club, 2012).cite-ref-74[74] GameStar zĂ€hlte das Rollenspiel Ende 2021 zu den „besten Free-to-play MMORPG“.cite-ref-75[75] Im Juli 2022 platzierte GameSpot Der Herr der Ringe Online auf dem sechsten Platz in einer Aufstellung der zehn „besten Der-Herr-der-Ringe-Spiele“.cite-ref-76[76] Screen Rant fĂŒhrte das MMORPG als Beispiel einer gelungenen Umsetzung des Free-to-play-Konzeptes in Kombination mit Mikrotransaktionen an. SĂ€mtliche Inhalte könnten auch ohne den Einsatz von Echtgeld innerhalb des Spiels erreicht werden.cite-ref-77[77] Rock Paper Shotgun fĂŒhrte das Spiel 2021cite-ref-78[78], 2022cite-ref-79[79] und 2023cite-ref-80[80] in seiner jĂ€hrlich herausgegebenen Aufstellung der zehn „Besten MMO und MMORPG“.

Spieler- und Verkaufszahlen

In der Woche seiner Veröffentlichung belegte Der Herr der Ringe Online den ersten Platz der PC-Spiel-Verkaufscharts in Nordamerika und Europa. Dabei setzte es sich gegen den bisherigen Topseller World of Warcraft und das ebenfalls neu erschienene und vielversprechende Command & Conquer 3: Tiberium Wars durch.cite-ref-81[81] Im ersten Quartal nach Erscheinen konnte Midway in Nordamerika ĂŒber 172.000 VerkĂ€ufe des Spiels verzeichnen.cite-ref-82[82] Zu einem starken Anstieg der Spielerzahlen und des Umsatzes fĂŒhrte die Umstellung auf ein Free-to-play-Modell 2010, durch die sich die Zahl der aktiven Spieler sowie der Umsatz verdreifachen konnte, ĂŒber einer Million neuer Spielerkonten erstellt wurden und 20 % der ehemaligen Spieler zurĂŒckkehrten.cite-ref-83[83]

Der Titel erreichte 2012 zur Veröffentlichung auf Steam ein Allzeithoch von 3965 Spielern, die zum selben Zeitpunkt ĂŒber die Plattform spielten. Im September 2020 verzeichnete der Betreiber 108.000 monatlich aktive Spieler, von denen 41.000 eine zahlungspflichtige Mitgliedschaft in Form eines Abonnements unterhielten. Der dadurch generierte Umsatz betrug 2020 ĂŒber 9,9 Millionen US-Dollar.cite-ref-84[84] Im April 2022 konnte nach Erscheinen des JubilĂ€ums-Updates zum 15. Jahrestag der Veröffentlichung ein erneuter Höchststand der Spielerzahlen seit 2016 gemessen werden.cite-ref-85[85] Auf Steam wurden zu diesem Zeitpunkt ĂŒber 3700 gleichzeitige Spieler gezĂ€hlt.cite-ref-86[86] Eine im Mai 2022 bekanntgegebene Einstellung eines bei Publisher Daybreak Games in Auftrag gegebenen MMO, das im Marvel-Universum hĂ€tte spielen sollen, trug zu einer erneuten PopularitĂ€tswelle bei.cite-ref-gamestar2-67-1[67]

Alterseinstufungen

Das US-amerikanische Entertainment Software Rating Board (ESRB) stufte das Spiel und alle Erweiterungen als geeignet ab 13 Jahren ein. Enthalten seien neben Darstellungen von Blut und Gewalt auch Konsum von Alkohol und Tabak.cite-ref-87[87] Die europĂ€ische Pan European Game Information (PEGI) empfahl das Spiel wegen Gewaltdarstellungen in fantastischem Setting ab 12, die Erweiterung Helms Klamm aufgrund von „realistischen Gewaltdarstellungen“ erst ab 16 Jahren.cite-ref-88[88] Der deutsche Branchenverband Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle legte eine in Deutschland beim Verkauf verbindliche AltersbeschrĂ€nkung von 12 Jahren fest.cite-ref-89[89]

Nachfolger

Der chinesische Publisher Leyou Technologies kĂŒndigte 2018 an, zusammen mit Entwickler Athlon Games an einem ebenfalls kostenlos spielbaren Massively Multiplayer Online Game fĂŒr PC und Konsolen auf Grundlage der Fantasy-Romane zu arbeiten.cite-ref-90[90] Auch Amazon Games war an der Entwicklung beteiligt.cite-ref-91[91] Noch 2020 wurden weitere Details zum Spiel bekannt, wie etwa dass die Handlung chronologisch vor den Geschehnissen der Romanvorlage und damit der von Der Herr der Ringe Online spielen sollte, und eine geplante Veröffentlichung fĂŒr 2022 bekanntgegeben,cite-ref-92[92] bevor im April 2021 die Einstellung des Projekts verkĂŒndet wurde. Grund seien vertragliche Uneinigkeiten zwischen den Beteiligten nach dem Kauf von Leyou durch Tencent gewesen.cite-ref-93[93]

Im Mai 2023 verkĂŒndete Amazon Games erneut, an einem MMO-Titel zu Der Herr der Ringe zu arbeiten, das nichts mit dem zuvor eingestellten Projekt zu tun habe. Das Studio Amazon Games Orange County (New World) leitet die Entwicklung des PC- und Konsolenspiels, das auf den Romanen Der Hobbit und Der Herr der Ringe basiert.cite-ref-94[94] Standing Stone Games sicherte den Spielern von Der Herr der Ringe Online daraufhin zunĂ€chst anhaltende UnterstĂŒtzung ihres „Evergreens“ von Entwicklerseite zu.cite-ref-95[95]

Literatur

‱ Michael Searle: Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar – Das offizielle Lösungsbuch. Data Becker, DĂŒsseldorf 2007, ISBN 978-3-8158-1838-1 (archive.org – englisch: The Lord of the Rings Online: Shadows of Angmar – Official Game Guide. Übersetzt von Felix Buschbaum).
‱ Michael Searle: Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar – Offizielles Kompendium. Data Becker, DĂŒsseldorf 2007, ISBN 978-3-8158-1848-0 (archive.org – englisch: The Lord of the Rings Online: Shadows of Angmar – World Companion: Official Game Guide Vol. II. Übersetzt von Felix Buschbaum).
‱ Charles Onyett: Lord of the Rings Online Interview – Not quite as long as the books, but almost as much information. In: IGN. 24. April 2007; abgerufen am 5. September 2022 (englisch, Interview mit Executive Producer Jeffrey Steefel kurz vor Veröffentlichung).

Weblinks

‱ Offizielle Website
‱ Lotro-Wiki.com. Fan-Wiki zum Spiel. Abgerufen am 2. September 2022 (englisch).

Einzelnachweise

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cite-note-33. ↑ Übersicht der Klassen. In: Lotro-Wiki.com. Abgerufen am 3. September 2022 (englisch).
cite-note-44. ↑ Übersicht der Berufungen und Berufe. In: Lotro-Wiki.com. Abgerufen am 3. September 2022 (englisch).
cite-note-55. ↑ Sippen. In: Lotro-Wiki.com. Abgerufen am 3. September 2022 (englisch).
cite-note-66. ↑ Instanzen. In: Lotro-Wiki.com. Abgerufen am 3. September 2022 (englisch).
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